Bericht über die Türkeireise vom 11.10. – 23.10.2014

Das Schulpartnerschaftsprojekt zwischen der A.-Köksaloglu-Orta-Okulu-Schule in Istanbul und der Otto-Wels-Grundschule aus Berlin konnte in diesem Jahr wieder aufgenommen werden und nach einer zweijährigen Pause an den schon erfolgreichen Austausch in den vergangenen Jahren anknüpfen.

SchülerInnen aus Istanbul und Berlin trafen sich mit ihren LehrerInnen in der Begegnungsstätte Afacan. Anschließend fuhren sie fünf Tage nach Istanbul, wo die Kinder aus Berlin Gäste der Familien aus Istanbul waren. Während unserer gemeinsamen Zeit fand auch ein zielgerichtetes Besichtigungsprogramm statt, durch das die Kinder aus Berlin einen Einblick in die Vielfältigkeit der Türkei erfuhren. Sie sahen das Leben auf dem Lande und in kleineren Orten, des Weiteren erlebten sie die Vielfältigkeit der Stadt Istanbul und ihrer Sehenswürdigkeiten, die viele von ihnen noch nicht kannten. Der Aufenthalt in den Familien war ebenso beeindruckend. Unsere Kinder wurden von den Gasteltern fürsorglich aufgenommen, die versuchten, den Berliner SchülerInnen einiges aus ihrem Alltag zu zeigen.

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Des Weiteren nahmen die Berliner SchülerInnen an einem Schulalltag zusammen mit ihren Partnerschülern an der Partnerschule teil, der ihnen ein anderes Unterrichtssystem, als sie es kannten, zeigte. In der gemeinsamen Zeit unseres Austausches konnten die SchülerInnen und LehrerInnen neue Erfahrungen machen, die für ihre Weiterentwicklung von entscheidender Bedeutung sein sollten. Das große Interesse füreinander und die vielen Gespräche führten dazu, dass alle Beteiligten auf vielfältige Weise viel voneinander erfuhren. Der tägliche Austausch und das interessante Programm mit den zahlreichen Kommunikationsspielen zur interkulturellen Verständigung durch Herrn Stolz ermöglichte eine Stärkung des Wir-Gefühls und schaffte Zugang für Interesse aneinander und führte zu Freundschaften untereinander.

 

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P1070042Auch die Kollegen aus Istanbul brachten ihrerseits ein Repertoire an Angeboten zur besseren Kommunikation ein. Eine rege Diskussion, „Warum haben meine Eltern eigentlich ihr Heimatland verlassen?“, ergab sich nach der Betrachtung des Films „Almanya“. Es wurde deutlich, dass viele SchülerInnen nur vage Vorstellungen über die Bedeutung des Emigrierens für das eigene Leben hatten. Wenige hatten mit ihren Familien schon darüber gesprochen und haben nun sicher Fragen an ihre Eltern.

Wir konnten wieder einmal die Erfahrung machen, dass die Begegnungsstätte Afacan ihrem Anspruch und Programm als interkulturelle Begegnungsstätte gerecht wurde. Altes und Neues zu erfahren wurde intensiv vermittelt und war in jeder Hinsicht spürbar. Wir konnten wieder erleben, dass das Anliegen, „wer sich kennt, ist sich nicht mehr fremd“, sich auf Schüler und Lehrer auswirkt und neue Dimensionen eröffnet, die im Schulalltag in diesem Maß und in der Intensität nicht möglich sind. Die Istanbuler sind jetzt sehr neugierig auf den Berliner Alltag, wir hoffen, dass der geplante Rückbesuch im Juni 2015 stattfinden wird.

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Abschließend möchten wir uns auch sehr bei Herrn Stolz für die sehr kompetente und zielgerichtete Programmgestaltung bedanken, die den Erfolg des Austausches in dieser Intensität ermöglichte und ohne die diese Erfahrungen nicht in dem hohen Maß erreicht worden wären. Ebenso möchten wir uns auch bei Herrn Buyurucu für sein Engagement in unserem Team und seine Tätigkeit als Dolmetscher bedanken, die den intensiven Austausch mit den Kollegen und die Planungen der nächsten Begegnungen unseres Partnerschulprojektes sehr erleichterte und intensivierte. Ein besonderer Dank an die Arbeitsgruppe Erfahren für die Förderung unserer Begegnungsreise, ohne die unser Projekt nicht möglich gewesen wäre.

Von Brunhilde Focke